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Frisch in ein neues Jahr

Ich liebe Silvester, es war schon immer mein Lieblingsfest des Jahres. Während andere auf Silvester pfeiffen, löst bei mir der Jahreswechsel immer eine aufgeregte Vorfreude aus. Auch heute noch. Denn ich liebe Abschlüsse, Neubeginne und Übergänge. Wenn alles in Bewegung ist. Frühling und Herbst sind deshalb meine Seelenmonate. Übergänge sind der perfekte Zeitpunkt, um zu reflektieren und gross Reine zu machen. Aussen und Innen.
 
Hier sind ein paar Tipps, wie du das alte Jahr abschliessen und frisch in das neue starten kannst. Das ist keine Checkliste, die du abhaken sollst. Lass dich nicht davon stressen. Wenn du nur ein zwei Ideen von dieser Liste umsetzt, wird dich das erleichtern und eine grosse Wirkung haben. Aber wundere dich nicht, wenn dich dann plötzlich die Energie packt und du mehr willst. Dann go for it!

Reinemachen

  • Trenne dich von Dingen, die Schuldgefühle oder Scham in dir auslösen. Beide Gefühle sind richtige Energiefresser, auf die wir getrost verzichten können. Der Hometrainer, dessen Anblick dich jeden Tag wie ein fauler Sack fühlen lässt. Weg damit. Das angefangene Projekt, dass schon das ganze Jahr darauf wartet fertig gestellt zu werden und das dir das Gefühl gibt, NIE etwas zu Ende zu bringen (was. ganz. sicher. nicht. stimmt)? Sich von solchen Dingen zu trennen bedeutet nicht, aufzugeben. Im Gegenteil entsteht daraus plötzlich neue Energie, weil der Druck wegfällt. Neulich habe ich meine Ukulele von der Wand gehängt. Ich habe sie von meinem Mann vor der Geburt unseres Kindes geschenkt bekommen, weil ich lernen wollte, sie zu spielen. Es ist doch so wichtig, dass Kinder mit selbstgespielter Musik aufwachse, dachte ich. 3 Jahre hing sie beinahe unbenutzt an der Wand und war ein Mahnmal für meine Undiszipliniertheit. Bis ich fand, dass es reicht und ich sie weggepackt habe. Drei Wochen später überkam mich der Impuls, sie wieder auszupacken. Seit dem übe ich entspannt und habe Freude daran. Nicht, weil mein Schuldgefühl sagt «du solltest», sondern weil ich frei bin, es zu tun. Dann, wenn ich Lust darauf habe.
  • Öffne alle Fenster und lass viiiiel frische Luft hinein.
  • Putze ein Fenster. Das mit der schönsten Aussicht oder das, aus dem du am öftesten schaust. Und nein, man muss nicht immer alle Fenster auf einmal putzen. Ausser man macht es gern.
  • Putze und enteise den Kühlschrank. Dass schafft Raum für Fülle im neuen Jahr. Ich habe es dieses Jahr getan und hey: es hat sich fantastisch angefühlt! Mit den circa 2 kg Eis die aus dem Gefrierfach fielen, fiel auch eine Last von meinen Schultern die ich bisher verdrängt hatte. So gut!
  • Räume dein Porte-monnaie auf. So kreierst du Platz, damit im neuen Jahr Geld fliessen darf. Ich habe erst vor einem Jahr von einer wunderbaren Coachin gelernt, dass es ok ist, sich Geld in seinem Leben zu wünschen.
  • Ordne alle Papiere aus dem letzten Jahr ein. Entsorge, was entsorgt werden kann. Jedes mal wenn ich das mache und die leeren Hängeregister sehe, atme ich unglaublich tief ein und aus. Meine ehemalige Yogalehrerin wäre stolz.
  • Das funktioniert übrigens auch mit den Ordnern auf dem Computer sehr gut.
  • Erledige etwas kleines, das dir seit Wochen oder sogar Monaten im Nacken sitzt oder dich nervt. Ersetze die flackernde Neonröhre im Keller, repariere den wackligen Stuhl oder schicke endlich die Dankeskarte an deine Tante.

Reflektieren

Gerade wenn ein Jahr schwierig war, ist es verlockend, ohne einen Blick zurück in das neue Jahr zu rennen. Aber gerade wenn es herausfordernd war, lohnt es sich, anzuhalten, hinzusehen, sich ein paar Fragen zu stellen und sich dazu Notizen zu machen.

  • Hat es im letzten Jahr in einem bestimmten Lebensbereich gestockt? Und weshalb?
  • Was hat dich das letzte Jahr gelehrt?
  • Welche Glaubenssätze haben dich zufrieden gemacht, welche haben dich ausgebremst?
  • Worauf bist du stolz? Was ist dir gut gelungen? Diesen Punkt finde ich besonders wichtig, weil wir das im Alltag so oft vergessen.
  • Welche schönen Erlebnisse hat dir das letzte Jahr gebracht? In jedem noch so schwierigen Jahr finden sich Lichtblicke. Immer. Diese zu sehen, das können wir üben – ich weiss es, weil (long story short) ich es selbst lange genug geübt habe. Diese Frage zu beantworten, kann dir helfen, dich mit einer schwierigen Jahr zu versöhnen.

Intentionen setzen

Nach jahrelangem Vorätze-Brechen, spreche bewusst nicht mehr von Vorsätzen. Weil sie Druck aufsetzen. Weil sie sich schnell verbissen anfühlen. Und weil sie suggerieren, dass - wenn man sie einmal gebrochen hat - das Spiel verloren ist. Die Chance ist gross, dass man Vorsätze komplett fallen lässt, sobald man sie einmal nicht einhält. Wieder nicht geschaft, Loser.

 

Intentionen sind da anders. Sie sind nett und nachsichtig. Sie setzen einen Ton für das Jahr. Eine Intention ist eine Absicht oder eine innere Haltung. Auch wenn du von deiner Intention abweichst hast du in jedem Moment wieder die Möglichkeit, dich wieder auf Kurs zu bringen.

Setze eine klare Intention für das nächste Jahr und fälle deine Entscheidungen so, dass sie ihr zu gute kommen. Zu allem anderen sag wenn möglich nein.

 

Mögliche Intentionen:

  • Ich behandle meinen Körper liebevoll und verschaffe ihm regelmässig Bewegung und gutes "Futter".
  • Ich betreibe Selbstfürsorge und respektiere meine eigenen Grenzen.
  • Ich kreiere ein Zuhause in dem ich mich geborgen und frei fühle.
  • Ich pflege bewusst die Beziehungen zu meinen Lieblingsmenschen und bleibe im Zusammensein mit ihnen präsent.
  • Ich schaffe mir die idealen Voraussetzungen, damit ich effizient und erfolgreich arbeiten kann.

Nachdem du eine Intention gesetzt hast, kannst dir einen ersten konkreten Schritt überlegen und diesen dann verbindlich in die Agenda eintragen. Denke klein: Am 1. Januar um 10:00 Uhr 30 Minuten spazieren gehen. Das ist ein Ziel. Unterschätze nicht die Wirkung von Minizielen.

 

Meine Intention für das nächste Jahr ist es, dich besser kennenzulernen und meine Arbeit und meine Inhalte noch mehr auf deine Bedürfnisse auszurichten. Deshalb, lass mich wissen, was dich bewegt und wo du Tipps und Unterstützung brauchst. Kein Thema zu klein, um interessant zu sein ;).

 

Ein fröhliches neues Jahr wünsche ich dir!